Eine Kenia Reise und ihre Folgen

Der Trend, für einige Monate im Ausland zu leben, genießt durch die zunehmende Mobilisierug und Globalisierung eine zunehmende Aufmerksamkeit. Die junge Generation zieht es raus. Raus aus Deutschland, weg von den Eltern und allem, was bekannt ist. “Neu ist immer besser” könnte das Motto der Generation “Travel” lauten. Im Jahr 2000 gab es ca. 57.000 deutsche Studierende im Ausland. 2016 sind es bereits 145.000! Und auch schon vor dem Studienbeginn treibt es viele auf den Pfad der Selbstfindung, der Selbstentdeckung raus in die große, weite Welt. Das sogenannte Gap Year erfreut sich großer Beliebtheit unter den Absolventen und Absolventinnen. Warum sich der Gedanke an eine Kenia Reise im Zuge des Gap Years lohnt, soll im folgenden Artikel näher unter die Lupe genommen werden.

Kenia Reise
Einheimische in Kenia

Wohin soll man gehen? 

Unangefochtener Favorit des Gap-Year-Ziels ist und bleibt Australien. Fast 30.000 Deutsche jährlich (!) suchen sich den Kontinent als Ort der Begierde aus, nehmen alles Geld in die Hand, was Oma, Mama und Papa locker machen können (tatsächlich können sich nur die wenigsten den Auslandsaufenthalt komplett alleine bezahlen. Kein Wunder, denn allein für das Visum in Australien sind mal eben 3000 Euro fällig) und machen sich auf den Weg ins weit entfernte Down Under. Auch Kanada und die USA sind beliebte Ziele. Doch warum entscheiden sich so viele Jugendliche für gerade diese Länder? Schaut man anstatt in den Westen oder Osten mehr in den Süden, so liegt der einzigartige Kontinent Afrika dort. 

Afrika – Der Kontinent der unbegrenzten Möglichkeiten

55 Länder, eine Fläche von fast 31.000.000 km², rund 1,2 Milliarden Menschen: Es scheint, als wäre dieser Kontinenten-Koloss wie geschaffen für Abenteuer, neue Erfahrungen und eine einzigartige Zeit. Viele argumentieren für Australien, Neuseeland oder die USA, weil mit einer Reise dorthin das eher rudimentäre Schulenglisch aufgebessert werden soll. Doch schaut man sich zum Beispiel die Geschichte Kenias, an der Ostküste Afrikas, an, so fällt auf, dass die Nation gerade einmal 50 Jahre die Unabhängigkeit von Großbritannnien genießt und eine Vielzahl von Menschen, gerade in den Großstädten Mombasa und Nairobi, sehr gutes Englisch sprechen. Natürlich wird man auch mit der traditionellen Landessprache, Suaheli, in Berührung kommen. Aber ein wenig den Horizont zu erweitern hat ja noch niemandem geschadet, schließlich ist man auf der Suche nach waschechten Abenteuern. 

Warum nicht? 

Wer denkt, Kenia sei ein Entwicklungsland voller Ziegenhirten und Kannibalen, der irrt gewaltig. Die Republik Kenia konnte in den letzten Jahren einen steten Anstieg des Bruttosozialprodukts verzeichnen und hat sich damit von anderen afrikanischen Nationen abheben können. Dank des Einsatzes Richard Leakys und anderer Wissenschaftler und Naturschützer ist der Handel mit Elfenbein und somit die Wilderei von Elefanten verboten. Dies hat zur Folge, dass sich mehr auf die Naturschutzgebiete und dem daraus folgenden Tourismus konzentriert wurde, um eventuellen finanzielle Defiziten vorzubeugen. Kenia eignet sich hervorragend, um sich selbst besser kennenzulernen, in Angesicht einer Kultur, die sich teilweise stark von der westlichen unterscheidet und auch innerhalb der Nation erhebliche Differenzen aufweist. 

Keine Frage, Reisen, Arbeiten, Erfahrungen sammeln im Ausland ist und bleibt ein Vorteil der modernen Gesellschaft, den es zu schätzen und zu schützen gilt. Wünschenswert ist allerdings, dass zukünftige Jahrgänge sich weniger stark auf die “all-time favorites” wie die USA und Australien konzentrieren, sondern vielleicht auch mal den Sprung in fremde Gewässer wagen, um die Welt besser kennenzulernen.

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